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Nach Abschluss des Grundlagenvertrages von 1972 zwischen BRD und DDR begann in der DDR ein einzigartiges Botschaftsbauprogramm mit standardisierten Typenbotschaften. Ein Grossteil davon im Umfeld des ersten Regierungssitzes der DDR am Schloss Schönhausen in Pankow realisiert. Die Gebäude wurden meist bis 1990diplomatisch genutzt und danach schrittweise anderen Nutzungen zugeführt. Aus dem Typ ‘Pankow I’ von 1966 wurden 1971-73 die Typen ‘Pankow’ II, III sowie die Typen
‘Gera’ und ‘Magdeburg’ [durch WBK Gera] entwickelt. Insgesamt entstanden in Pankow vorrangig ab 1974 in einem Zeitraum von etwa 10 Jahren schätzungsweise 130 Gebäude nach Typenentwurf. Als Solitäre wurden die Gebäude in der Regel freistehend mit großen Gärten in der Mitte von jeweils zwei Einzelgrundstücken errichtet und sind mit ihrer villenartigen Kubatur im Stadtraum sofort auszumachen. Durch ihre Anzahl ergaben sich einerseits Cluster in der vorstädtischen Grünlage von Niederschönhausen, andererseits liegt das jeweils
nächste Typengebäude stets in Sichtweite. Literatur: Botschaften in Berlin, Hrsg. K. Englert / J. Tietz, Gebr. Mann Verlag Berlin 2004. Darin der Beitrag von Martin Petsch: Botschaften der DDR Selbst während der Bauarbeiten war noch nicht klar, welcher Staat in welches Gebäude einziehen würde; vergeben wurde später nach Qualität der Beziehungen. Unabhängig von diesen politischen Rahmenbedingungen gelang dem mit der Planung beauftragten Architekten Eckart Schmidt ein überzeugender Entwurf für ein villenartiges
Repräsentationsgebäude. Seine Leistung ist umso mehr zu würdigen, als es in der eingeebneten sozialistischen Gesellschaft keine vergleichbaren Bauten gab. 1966 entwarf er den sogenannten „Typ Pankow". Die Gebäude sind stilistisch dem Neuen Bauen der zwanziger Jahre verpflichtet, kompakte Kuben mit einer streng symmetrischen Fassade und einem Flachdach. Schmidts Planung unterlag den begrenzten technischen und handwerklichen Ressourcen in der DDR: Die maximal herstellbare Spannweite einer Deckenplatte von 4,75 Meter bestimmte
die Grundfläche des Hauses, mangelnde Zimmermannskapazitäten den Verzicht auf einen Dachstuhl. Vor allem im Innern offenbaren sich Großzügigkeit und ein Hauch von Luxus.´ Man tritt in einen weitläufigen, mit Steinplatten gefliesten Eingangsbereich. Durch breite Schiebetüren gelangt man linker Hand in Salon und Wohnraum, die durch eine raumbreite Falttür zu einem Saal vereinbar sind. Rechter Hand des Flurs liegen Speisezimmer und Küche. |